Dokumentarfilm 2026

Das Ende einer Ära - Stickerei im Appenzellerland

Trailer: Das Ende einer Ära - Stickerei im Appenzellerland

Vier Generationen, ein Handwerk, eine letzte Entscheidung: Vater und Sohn Sonderegger sind die letzten Sticker im Appenzellerland.

Walter Sonderegger Senior ist 90 Jahre alt, sein Sohn Walter Junior 65 – und beide stehen noch immer an der Stickmaschine. Doch Junior hat entschieden: Nach vier Generationen wird der Familienbetrieb geschlossen. Mit ihm verschwindet der letzte Stickereibetrieb im Appenzellerland.

Der 52-minütige Dokumentarfilm Das Ende einer Ära – Stickerei im Appenzellerland begleitet Vater und Sohn in den letzten Monaten vor der Schliessung. In der Werkstatt, zwischen Maschinen, Lochkarten, Garn und Stoffbahnen, wird ein Stück Ostschweizer Industriegeschichte greifbar. Was einst das Appenzellerland und die ganze Region prägte, ist heute fast vollständig verschwunden.

Im Zentrum des Films stehen zwei unterschiedliche Arten, mit diesem Ende umzugehen. Walter Senior hat sein Leben der Stickerei gewidmet und kann kaum loslassen. Auch lange nach seiner Pensionierung blieb er täglich im Betrieb präsent. Sein Sohn Walter Junior hingegen zieht einen bewussten Schlussstrich. Er hat den Betrieb modernisiert, weitergeführt und lange gegen den Strukturwandel behauptet. Nun entscheidet er sich, aufzuhören.

Historikerin Heidi Eisenhut und Lokalchronistin Hedi Kohler öffnen den Blick über die Werkstatt hinaus. Sie ordnen die Geschichte der Stickerei in die Entwicklung des Appenzellerlands ein und erinnern daran, wie tief dieses Handwerk einst mit der Region, ihren Häusern, Familien und Arbeitsbiografien verbunden war.

Der Film erzählt nicht nur vom Ende eines Betriebs, sondern vom Verschwinden einer ganzen Arbeitswelt. Er fragt, was bleibt, wenn ein Lebenswerk endet und wie eine Region mit dem Verlust eines Handwerks umgeht, das sie über Generationen geprägt hat.


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